Das Blut, das Schwert, die Liebe
Epilog - Das Erwachen der neuen Welt
Epilog: Das Erwachen der neuen Welt
Die Welt, wie sie die Völker über Jahrtausende kannten, existierte nicht mehr. Mit dem Erlöschen des blauen Lichts an der Quelle und dem plötzlichen Verschwinden der Herrscher war das Fundament des Magistrats in sich zusammengebrochen. Wo einst eiserne Disziplin, dunkle Magie und die furchteinflößenden Armeen aus Untoten und Dämonen herrschten, hinterließ die Zeitenwende eine unheimliche, fast lähmende Stille.
In Noslahr zeugten die leeren Wachtürme und die verlassene Kriegsgaleere im Hafen von dem schlagartigen Ende der alten Macht. Die Cwok-Soldaten waren geflohen, die magischen Diener zu Staub zerfallen. Doch inmitten dieser Leere keimte der erste Funke einer neuen Ordnung.
Während Eefral, gezeichnet von den Offenbarungen der Ganlie, gemeinsam mit Aaghyl, Aasaly, Rresyna und Sinan Eldar den beschwerlichen Weg nach Muantur antrat, um das drohende Chaos im Herzen des sterbenden Reiches abzuwenden, bot sich auf der anderen Seite des Meeres ein völlig anderes Bild.
In Minae, der stolzen Hauptstadt der westlichen Königreiche, pulsierte das Leben. Der geschäftige Hafen und die geheimen, technologisch hochentwickelten Schiffsdocks der Menschen machten deutlich, dass sich die Welt auch ohne die alte Magie unaufhaltsam weiterdrehte. Der Fortschritt der Menschen hatte begonnen, die Lücke zu füllen, die das Verschwinden der Göttinnen der Waldelfen hinterlassen hatte.
In den Hallen der Burg Zephyrus trafen schließlich die Schicksale aller Völker aufeinander. König Pharus Lyhser, weise und vom langen Krieg ermüdet, widerstand der Versuchung seiner Generäle, den wehrlosen Feind endgültig zu vernichten. Die Worte von Ta´elga und By´wala fanden Gehör. Ein Sieg durch ein Blutbad würde keinen dauerhaften Frieden bringen.
Die Weichen für die Zukunft wurden gestellt. Mit der geplanten Friedenskonferenz in Miad´rhor schloss sich der Kreis der langen, opferreichen Reise. Die Herrscher und die Göttinnen waren in die Sphäre der Ganlies aufgestiegen und hatten ihre Schuld an der Welt beglichen. Zurück blieben die Sterblichen, Steinelfen, Waldelfen und Menschen, die nun lernen mussten, einander nicht mehr als Feinde, sondern als Nachbarn zu begegnen.
Der Weg vor ihnen war ungewiss und voller Gefahren, und das Vertrauen musste erst mühsam auf den Trümmern des alten Hasses aufgebaut werden. Doch zum ersten Mal seit Äonen lag das Schicksal der Welt nicht mehr in den Händen unnahbarer, magischer Wesen, sondern in ihren eigenen. Sie waren nun die Architekten ihrer eigenen Zukunft.
Ende
(c) Rolf Fischer