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Sind telefonische Krankmeldungen ursächlich für den erhöhten Krankenstand?

Die große Reform?

Irrt der Kanzler?

Krankenstand vor Corona.

Vor der Corona-Pandemie lag der Krankenstand in Deutschland stabil bei etwa 4,3 Prozent . Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) verzeichnete beispielsweise für das Jahr 2019 einen durchschnittlichen Krankenstand von 4,34 Prozent unter den Mitgliedern der gesetzlichen Krankenkassen . Dies entsprach in etwa 15 bis 16 Fehltagen pro Arbeitnehmer im Jahr.

Im Vergleich zu den Werten während und nach der Pandemie (die zeitweise auf über 6 bis 8 Prozent kletterten) galt das Niveau vor 2020 als vergleichsweise moderat und konstant. Hauptursachen für die Arbeitsunfähigkeit waren damals wie heute vor allem Muskel-Skelett-Erkrankungen und psychische Diagnosen, während klassische Atemwegsinfektionen stark von saisonalen Grippewellen abhingen.

Aktueller Krankenstand.

Der Krankenstand in Deutschland ist weiterhin auf einem hohen Niveau stabil und liegt aktuell bei rund 5,4 bis 5,7 Prozent. Dies entspricht im Schnitt etwa 15 bis 20 Fehltagen pro Beschäftigtem und Jahr. Die Hauptursachen für diese Ausfälle sind Atemwegserkrankungen, Beschwerden des Muskel-Skelett-Systems sowie psychische Erkrankungen.

Hat die telefonische Krankmeldung den Krankenstand erhöht?

Nein, die telefonische Krankmeldung ist laut Untersuchungen der DAK und des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung nicht der Hauptgrund für den hohen Krankenstand. Vielmehr spielen starke Erkältungswellen und vor allem statistische Effekte durch die Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) eine entscheidende Rolle.

Die wichtigsten Erkenntnisse zu den Ursachen im Detail:

• Statistischer Effekt (eAU): Seit der vollständigen Umstellung auf das elektronische Meldeverfahren gehen Krankmeldungen nicht mehr so häufig verloren wie früher in Papierform, was die statistische Erfassungsquote deutlich erhöht hat.

• Infektionswellen: Der tatsächliche Anstieg der Krankheitstage ist vor allem auf gehäufte Atemwegserkrankungen und Erkältungswellen in den vergangenen Jahren zurückzuführen.

• Geringer Anteil: Der Anteil der telefonisch ausgestellten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen macht insgesamt nur einen sehr kleinen Bruchteil aus .

Scheinbar irrt der Kanzler. Die telefonische Krankmeldung sind nicht ursächlich für den erhöhten Krankenstand.

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