Kapitel 21 By´wala, die Gesandte

Das Blut, das Schwert, die Liebe

Kapitel 21

 

By´wala – Die Gesandte

»Wir haben große Schuld auf uns geladen. Doch jetzt haben wir einen Weg gefunden, diese Schuld zu begleichen.«

​(Die Ganlies)

Vor Urzeiten existierte auf dieser Welt nur ein einziger, gewaltiger Superkontinent. Seine Bewohner nannten ihre Heimat Ganlie und sich selbst Ganlies. Sie waren von hohem, schlankem Wuchs, makellos hellhäutig und von Geburt an mit einer mächtigen Magie gesegnet. Mit dieser Kraft formten sie ihre Welt, bis ihre prachtvollen Städte nach vielen Jahrtausenden den gesamten Kontinent umspannten

​Doch der Segen wurde zum Fluch. Immer wieder entbrannten erbitterte Konflikte, die mit verheerenden Zaubern ausgetragen wurden. Ganlie drohte unter der Last dieser Kriege zu zerbrechen, das Ende allen Lebens schien nah.

​Um ihre Welt vor der endgültigen Vernichtung zu bewahren, fassten die Führer der Ganlies schließlich einen folgenschweren Entschluss. Sie hatten entdeckt, dass ihre Magie ihnen den Aufstieg in eine höhere, rein geistige Bewusstseinsebene ermöglichte. Es vergingen weitere Jahrtausende der Vorbereitung, bis das Volk diesen Schritt endlich wagen konnte. Um als reine Wesen aufzusteigen, vollzogen sie ein gigantisches Ritual. Sie spalteten all ihre dunklen Zauber, bösen Gedanken und zerstörerischen Gefühle von sich ab und verbannten diese tief in die Erde.

​Doch der Aufstieg gelang nicht allen. Jene, die zurückblieben, wurden zu den Vorfahren der Elfen, Menschen und einiger anderer Völker.

​Die verbannte Dunkelheit jedoch blieb nicht leblos. Tief im Untergrund formte sich aus dem magischen Unrat ein neues, zorniges Bewusstsein, das von einem unbändigen Durst nach Rache an den Ganlies angetrieben wurde. Es sehnte sich danach, selbst aufzusteigen, um seine Schöpfer nicht nur zu bestrafen, sondern restlos zu vernichten. Für diesen epischen Rachefeldzug erschuf die Finsternis eigenes Leben.

​Schließlich zerbrach der Urkontinent unter den gewaltigen Kräften. Es entstanden zwei neue Kontinente sowie zwei kleinere Landmassen im äußersten Norden und Süden. Im Ozean, genau an jener Stelle, an der die Ganlies einst das Böse verbannt hatten, bildete sich ein unheimliches Phänomen. Ein gigantischer Strudel wühlte das Meer auf, aus dessen Tiefe ein hellblaues Licht erstrahlte. Ein undurchdringlicher Dauernebel legte sich fortan über die See zwischen den Kontinenten. Es war die Wiege der magischen Materie.

​Aus diesem Strudel entstiegen drei körperlose Wesen und das Volk der Cwoks. Ihre Lebensenergie bezogen sie direkt aus der leuchtenden Quelle. Im Norden der zerbrochenen Welt gründeten sie ihr Reich, den Magistrat. Die körperlosen Wesen unterwarfen im Handumdrehen alles Leben in den nördlichen Territorien und ließen sich fortan als „die Herrscher“ verehren. Den brutalen Armeen der Cwoks hatten die ansässigen Völker nichts entgegenzusetzen. Die Elfen, die in diesem Herrschaftsbereich lebten, unterwarfen sich bedingungslos und wurden fortan als Steinelfen bezeichnet.

​Mit hilflosem Entsetzen beobachteten die aufgestiegenen Ganlies aus ihrer fernen Sphäre, wie ihre alte Heimat zerbrach und das Böse triumphierte. Da ihre neue, rein geistige Existenz ein direktes Eingreifen in der materiellen Welt unmöglich machte, mussten sie tatenlos zusehen, wie der Magistrat seinen Einflussbereich immer weiter ausdehnte.

​Auch die Nachfahren der Ganlies besaßen noch magische Kräfte. Bei den Menschen flammten sie zwar nur noch vereinzelt auf, doch bei den Elfen wurde jedes Kind mit der Gabe geboren, wenn auch vage im Vergleich zur Allmacht ihrer Vorfahren. Genau diese elfische Magie benötigten die Herrscher, um den Ganlies in die höhere Ebene folgen zu können. Ein Weltenbrand entbrannte, um auch den Rest der Schöpfung zu unterwerfen.

​Während die Steinelfen den Tyrannen dienten, nannten sich die Elfen im Süden fortan Waldelfen. Sie lebten im Einklang mit der Natur und führten ein friedliches, harmonisches Leben. Da ihnen das Konzept des Krieges völlig fremd war, standen sie den brutalen Angriffen des Magistrats zunächst schutzlos gegenüber.

Der geheime Plan

​Die Ganlies, die jenseits von Raum und Zeit existierten, sahen dem Treiben mit wachsender Sorge zu. Da sie selbst nicht eingreifen konnten, schmiedeten sie gemeinsam mit ihren auf der Welt zurückgebliebenen Brüdern und Schwestern einen geheimen Plan, um den Frieden wiederherzustellen. Sie suchten nach Sterblichen, die stark genug waren, die Ur-Magie der Ganlies in sich aufzunehmen und fanden diese Gabe ausschließlich bei den Töchtern der Waldelfen. Diese besonderen Mädchen stiegen später zu den Göttinnen ihres Volkes auf.

​Die noch auf der materiellen Welt verbliebenen Ganlies bereisten die Kontinente und gewährten ausgewählten Bewohnern kleine Einblicke in das Vorhaben. Teil des Mosaiks war ein mysteriöses Schriftstück, das Generationen später von einem alten Waldelfen gefunden werden sollte. Um den Plan jedoch zu vollenden, bedurfte es noch eines Steinelfenmädchens, das die Macht der Herrscher in sich tragen und ihren Teil zum Frieden beitragen würde.

​Das Mosaik war fast vollständig. Es fehlte nur noch ein letzter, entscheidender Stein.

​»Es ist so weit, wir können jetzt unseren Plan vollenden.«

​»Ja, endlich haben wir zwei Elfen gefunden, die den Frieden auf unserer alten Welt herstellen werden.«

​»Wer von uns wird nach Ganlie gehen?«

​»Wir wissen, dass du gehen willst. Du hast dich darauf vorbereitet.«

​»Ja, das ist wahr.«

​»Es wird nicht einfach sein für dich. Du wirst keine Verbindung mehr zu uns haben.«

​»Ich weiß. Ich werde es überstehen, der Frieden ist wichtig für unsere alte Welt.«

​»Du weißt, was zu tun ist.«

​»Natürlich, ich werde mit dem Steinelfenmädchen und dem Waldelfenmädchen zur Quelle des Bösen reisen.«

​»Dort wirst du unseren Plan vollenden und zu uns zurückkehren.«

​»Ja. Und ich werde unsere dunkle Gedanken und Gefühle mitbringen.«

​»Wir können sie jetzt kontrollieren. Die dunkle Magie wird keine Gefahr mehr sein.«

​»Ich weiß.«

​»Du wirst als Waldelfenmädchen geboren werden, du wirst keine Erinnerung an uns haben.«

​»Gewiss. Ich werde mich nur unbewusst an meine Aufgabe erinnern, bis ich an der Quelle bin. Ich bin vorbereitet, das Nötige zu tun.«

​»Das wissen wir. Wir werden nun einen großen Teil unserer Magie auf dich übertragen. Wir werden bis zu deiner Rückkehr geschwächt sein.«

​»Fangen wir an. Wir müssen unsere alte Welt retten und unsere Schuld wiedergutmachen.«

Die Geburt der Gesandten

​In einem behaglichen Wohnbaum im Reich der Waldelfen erblickte schließlich ein Mädchen das Licht der Welt. Diese Geburt fand lange vor der Zeit von Ta´elga und Eefral statt.  Es sollten noch viele Jahrzehnte vergehen, bis diese beiden Elfenmädchen geboren würden.

​Die frischgebackenen Eltern waren überglücklich und voller Stolz. Sie nannten ihre Tochter By´wala. Das Kind ahnte nichts von seiner monumentalen Aufgabe, jede Erinnerung an sein früheres Dasein war gelöscht. By´wala wusste nicht, dass sie die Gesandte der Ganlies war, dazu bestimmt, der Welt den Frieden zurückzubringen.

​Sie wuchs als ganz normales Waldelfenmädchen auf, liebte das dichte Grün des Waldes und besaß ein außergewöhnliches Gespür für die Natur. Schon früh stand für sie fest, dass sie nach ihrer Reife den Pfad der Heilerin einschlagen wollte. Doch neben ihrer Heilmagie entwickelte sich eine weitere, rätselhafte Gabe. By´wala litt unter unregelmäßigen Visionen, die ihr Fragmente zukünftiger Ereignisse offenbarten. Im Waldelfenreich hatte niemand eine Erklärung für diese einzigartige, nie zuvor gesehene Magie.

​Nach ihrer Reifezeit erlangte By´wala als Heilerin rasch großen Ruhm. Die Nachricht von ihren Fähigkeiten verbreitete sich wie ein Lauffeuer und unzählige Waldelfen pilgerten zu ihrem Wohnbaum, um Genesung zu finden.

​Mit den Jahren regte sich jedoch ein neuer, fremder Wunsch in ihr, der von Tag zu Tag mächtiger wurde: Sie spürte den drängenden Ruf, sich den Armeen der westlichen Königreiche anzuschließen. Sie begriff nicht, woher dieser Drang kam, doch er ließ sich nicht länger unterdrücken.

​Die Waldelfen in By´walas Heimat bekamen vom eigentlichen Krieg kaum etwas mit. Nur durch die Erzählungen der Reisenden erfuhren sie von den Gräueltaten des Magistrats, der entschlossen schien, die Union zu unterwerfen und Unterdrückung und Tod zu bringen.

Der Aufbruch

​Eines Tages fasste By´wala den Entschluss, ihre Heimat zu verlassen, um sich den Truppen des westlichen Königs anzuschließen. Sie suchte das Gespräch mit ihrer Familie in der vertrauten Stube des Wohnbaums, ihrer Mutter Be´syra, ihrer Patenmutter Gu´landa und ihrem Vater Jan´yl.

​»Ich werde nach Minae reisen und mich dem König der westlichen Königreiche anschließen«, kündigte By´wala unvermittelt an.

​Die Eltern starrten ihre Tochter fassungslos an.

​»Das ist keine gute Idee«, gab ihr Vater besorgt zu bedenken.

​»Ich stimme deinem Vater zu. Das ist keine gute Idee«, pflichtete ihre Mutter ihm mit bangem Blick bei.

​»Warum jetzt? Du bist eine sehr gute Heilerin, viele Waldelfen kommen hier hin, damit du ihnen helfen kannst«, warf ihre Patenmutter ein.

​»Ich weiß, aber ich verspüre schon lange den Wunsch dorthin zu gehen. Ich habe ihn immer wieder verdrängt. Nun ist er stärker geworden und kaum noch zu unterdrücken.«

​Be´syra blickte ihre Tochter voller Mitgefühl an. »Hast du wieder diese Visionen gehabt?«

​»Ja und diese haben meinen Wunsch noch verstärkt. Sie zeigen mir, dass ich eine wichtige Aufgabe zu erledigen habe. Sie sind undeutlich, ich weiß nur, dass ich zum König muss.«

​Gu´landa seufzte schwer. »Dann ist es deine Bestimmung, dorthin zu gehen. Ich will dir nicht im Wege stehen.«

​»Ahlunah wird dich beschützen«, raunte ihre Mutter.

​Jan´yls Züge verdüsterten sich vor Sorge. Er musterte seine Tochter nachdenklich. »Wirst du in den Krieg ziehen?«

​»Meine Visionen sagen mir, dass der Krieg irgendwann auch hierhin kommt. Noch tobt der Krieg auf Tellus. Das wird nicht mehr lange so bleiben. Ich kann dem König helfen.«

​»Wir werden uns große Sorgen um dich machen. Ich hoffe, du kehrst bald zurück«, sagte Be´syra leise.

​Gu´landa schloss ihr Patenkind fest in die Arme. »Wir sind stolz auf dich. Passe auf dich auf. Möge Ahlunah dich beschützen.«

​Am nächsten Morgen brach By´wala auf. Nachdem sie sich von der Gemeinschaft des Wohnbaumes verabschiedet hatte, bat sie am Sternenbrunnen um den Beistand der Sternengöttin. Sie ahnte nicht, wann oder ob  sie jemals an diesen Ort zurückkehren würde.

Im Dienst der Könige

​Viele Jahrzehnte vergingen, in denen By´wala dem Königshaus der Union treu diente. In zahllosen Schlachten bewies sie nicht nur ihr medizinisches Können, sondern verhinderte dank ihrer prophetischen Visionen auch etliche drohende Niederlagen. Sie stieg zu einer hochgeschätzten, unentbehrlichen Beraterin auf.

​Dem letzten König diente sie am längsten. Er erreichte für einen Menschen ein geradezu biblisches Alter. Nach seinem Tod bestieg sein Sohn den Thron, ein junger, charismatischer Herrscher, dem es gelang, die zerstrittenen Völker der westlichen Königreiche unter seinem Banner zu einen.

​Es dauerte nicht lange, bis Späher berichteten, dass der Magistrat eine Großoffensive auf dem östlichen Kontinent plante.

​By´wala wurde daraufhin zu König Pharus Lyhser gerufen. Ihre Schritte hallten hohl in dem hohen, verwaisten Korridor wider, der zum Thronsaal von Burg Zephyrus führte. Bis auf die Palastwachen war der Gang menschenleer.

​Der König erhob sich sofort von seinem Thron, als die Waldelfe den Saal betrat. »By´wala, schön dich zu sehen.«

​»Immer zu Diensten, Majestät«, entgegnete sie mit einer respektvollen Verbeugung.

​Pharus Lyhser deutete auf einen schweren Sessel neben seinem Thron. »Komm, setze dich. Ich brauche deinen Rat.«

​By´wala setzte sich und blickte den jungen Herrscher erwartungsvoll an.

​»Du weißt, dass hier auf Tellus der Magistrat verbittert kämpft, um unser Reich zu erobern. Auf Tirganeiy hingegen gab es bisher immer nur kleinere Scharmützel, die das Reich der Waldelfen nicht ernsthaft in Gefahr bringen.«

​Die Elfe nickte stumm.

​»Das scheint sich nun zu ändern. Ich habe Kunde bekommen, dass die Herrscher dort eine große Schlacht vorbereiten. Meine Generäle sind der Meinung, dass ich eine Armee nach Tirganeiy senden soll. Das würde aber hier unser Heer schwächen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich der Forderung der Generäle nachkommen soll. Was meinst du, By´wala?«

​By´wala lauschte nachdenklich. Ein plötzlicher Blitz der Erkenntnis durchfuhr sie. »Jetzt ergibt es einen Sinn.«

​»Was meinst du?«

​»Einer meiner Visionen zeigte mir, dass ich nach Tirganeiy reise, um eine wichtige Aufgabe zu erfüllen. Dort, im Blaugratgebirge, wird etwas Kriegsentscheidendes geschehen.«

​»Was hast du noch gesehen?«

​»Leider nicht viel, es ist alles sehr verschwommen. Nur, dass ich dort jemanden treffen werde, der uns den Sieg über den Magistrat bringen könnte.«

​»Das ist wirklich nicht sehr viel.« Der König erhob sich, ging unruhig im Thronsaal auf und ab und fasste schließlich einen Entschluss. Er setzte sich wieder.

​»Also gut. Ich werde eine Armee nach Tirganeiy entsenden. Mein fähigster General wird die Krieger anführen. Du wirst General Tehryn begleiten. Im Norden des Waldelfenreich gibt es eine kleine Garnisonsstadt, die am Fuße des Blausteingebirges liegt.«

​»Wie du wünschst, Majestät«, willigte By´wala ein und verabschiedete sich aus dem Thronsaal.

Die Garnison von Miad´rhor

​In der kleinen, geschäftigen Garnisonsstadt Miad´rhor lebten Waldelfen, Menschen und Zwerge zusammen. Jedes Volk beanspruchte sein eigenes Drittel, was sich auch architektonisch im Rathaus widerspiegelte. Die eine Hälfte glich dem lebendigen Wohnbaum der Elfen, während die andere als wehrhafte, steinerne Menschenburg errichtet worden war. Tief unter dem Fundament des Rathauses erstreckte sich zudem das weitverzweigte Höhlensystem der Zwerge.

​Die Armee der westlichen Königreiche lagerte nun schon seit mehreren Wochen vor den Toren der Stadt. Die Befehlshaber hatten ihre taktischen Quartiere im Rathaus bezogen.

​General Tehryn hatte By´wala zu einer Besprechung gerufen.

​»Ein Bote des Königs hat mir eine Nachricht gebracht«, begann der ergraute Menschenmann das Gespräch ohne Umschweife.

​»Auch ich habe Neuigkeiten, aber erzähl du zuerst.«

​»Eine Botschafterin eures Rates der Neun ist hierhin unterwegs, um uns zu unterstützen.«

​»Ja, ich weiß. Ich habe die Nachricht auch bekommen. Die Botschafterin ist auch die Hohe Priesterin der Sternengöttin.«

​Tehryn zog die Stirn kraus. Seine tiefen Falten ließen sein Gesicht vollends wie die rissige Rinde eines alten Baumes wirken. Der gealterte Soldat hegte ein tiefes Misstrauen gegenüber den langlebigen Elfen, er war überzeugt, dass sie aufgrund ihrer schier unendlichen Lebensspanne nur ihre eigenen, geheimen Ziele verfolgten. Ein Menschenleben war im Vergleich dazu nur ein Wimpernschlag, die Vollendung elfischer Pläne würden Sterbliche niemals miterleben. Er bezweifelte zwar nicht, dass den Elfen das Schicksal der Union am Herzen lag, wohl aber, ob sie auch das Wohl der Menschen berücksichtigten. Seine stahlgrauen Augen fixierten By´wala kühl.

​»Was hat der Rat der Neun nun wieder ausgeheckt?«

​»General, ich weiß, dass du uns misstraust. Du hast dazu aber keinen Grund. Ich weiß, dass die Botschafterin wichtig für den Sieg über die Herrscher ist.«

​»Woher weißt du das«, bellte der Befehlshaber.

​»Ich hatte eine Vision…«

​»Ihr Elfen und eure Magie. Ihr vertraut ihr zu sehr. Ich kann damit nichts anfangen.«

​»Dennoch vertraut der König unserer Magie.«

​Tehryns Zorn verrauchte so schnell, wie er gekommen war. Er blickte die Waldelfe fast freundschaftlich an. »Ja, ich weiß. Ich vertraue dem König und werde tun, was er für richtig hält.«

​Er setzte sich hinter seinen massiven Schreibtisch. »Du wirst die persönliche Ordonnanz der Botschafterin sein. Du kannst jetzt gehen.«

​By´wala verbeugte sich knapp vor dem Oberbefehlshaber und verließ den Raum.

​Als die Hohe Priesterin schließlich in der Garnison eintraf, spürte By´wala es sofort wie einen magischen Schlag. Sie musste Ta´elga folgen und ihr bedingungslos beistehen. Ihre flüchtigen Visionen hatten ihr offenbart, dass die ehemalige Sanguenritterin eine monumentale Bestimmung besaß und dass sie selbst der Schlüssel war, um Ta´elgas Aufgabe zum Erfolg zu führen. Beide Schicksale waren untrennbar miteinander verwoben.

 

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